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Schüleraustausch mit Finnland 

Im September 2013 haben zwei Schüler einer unserer Friseuroberstufen die Chance wahrgenommen, als Austauschschüler ein paar Wochen in Finnland zu verbringen. Hier ihr Erfahrungsbericht:

 

 

 

Warum sollte man einen Schüleraustausch machen?

Persönliche Gründe:

Als wir hörten, dass man an einem Schüleraustausch teilnehmen kann, wurde unser Interesse geweckt, da wir beide sehr interessiert und motiviert auf Neues sind. Uns hatte es interessiert, wie in anderen Ländern das Handwerk ausgeführt wird.

Als unser Lehrer der Klasse mehr von Finnland erzählte, wurde unser Interesse immer größer und für uns stand es fest

             ...FINNLAND    -   WIR KOMMEN...

 

Vorteile:

In einem handwerklichen Beruf lernt man niemals aus, völlig egal, ob man ein Friseur oder z.B. ein Florist ist.

Durch Besuche von Seminaren lernt man viel Neues und entwickelt sich beruflich weiter.

Wir streben nach mehr und wollen uns von anderen Friseuren hervorheben um unser Spektrum so weit wie möglich zu erweitern. Ein Auslandspraktikum bietet dafür die beste Voraussetzung. Man entwickelt sich nicht nur beruflich, sondern auch menschlich und sprachlich weiter.

Vorbereitung:

Durch die Hilfe von unseren Lehrern machte es keine besonders großen Probleme Unterlagen auszufüllen und Kontakte zu der finnischen Schule aufzubauen. Ich bekam die E-Mail-Adresse von der finnischen Lehrerin Frau Klemetti und konnte mit ihr per E-Mail Kontakt aufnehmen. Sie gab mir ebenfalls E-Mail-Adressen von einigen Schülerinnen aus Finnland, sodass ich die ersten Kontakte knüpfen konnte. Für mich war es sehr schön, da ich dann schon einige Schüler kennenlernen durfte und ich mich schon sehr freute sie endlich kennenzulernen.

Nachdem wir dann die Flüge gebucht hatten, konnten wir es kaum erwarten endlich in Finnland zu sein.

 

 

3 Wochen Finnland

Ankunft:

Vom Düsseldorfer Flughafen flogen wir nach Helsinki und fuhren von dort aus mit dem Bus nach Tampere. Als wir in Tampere waren, wurden wir vom Hausmeister der Schule abgeholt und zu unserem Apartment gefahren.

Dadurch, dass wir am Samstag schon dort waren, hatten wir das ganze Wochenende noch Zeit etwas zu unternehmen, bevor der erste Arbeitstag begann. Wir wollten spazieren gehen und suchten uns einen Weg aus.

Als wir ca. eine Minute unterwegs waren sahen wir einen Lebensmittelmarkt. Daher, dass wir leicht hungrig waren, kam es uns sehr gelegen und wir gingen dort hinein.

Nach dem Einkauf schauten wir auf die Öffnungszeiten und stellen fest, dass der Lebensmittelmarkt auch sonntags geöffnet hatte. Das ist das Erste, was deutlich anders in Finnland ist, gegenüber Deutschland.

 

natur-1000

 

Auch die vielen Seen und Wälder sorgten für ein schönes Urlaubsgefühl bei uns.

Als wir im Apartment angekommen waren, machten wir uns etwas zu essen und legten uns nach dem Essen schlafen.

Sonntag früh fuhren wir in die Innenstadt und stellten dort ebenfalls fest, dass alle Einkaufsgeschäfte geöffnet hatten.

Das wunderte uns ebenfalls, da dies auch in Deutschland nicht der Fall ist.

Die Menschen auf den Straßen schienen von Natur aus alle fröhlich und optimistisch zu sein. Dies steckte uns an, dadurch waren wir ebenfalls gut gelaunt. Als der Abend sich neigte waren wir beide recht nervös, weil der nächste Tag der erste Arbeitstag in Finnland sein würde.

 

 

 

Woche 1

Tag 1:

Um 10 Uhr wurden wir von einer Lehrerin der Schule mit ihrem Auto abgeholt. Sie fuhr mit uns durch die Stadt und zeigte uns einige schöne Stellen von Tampere.

Um 12 Uhr waren wir an der Schule und dort begrüßte uns unsere Ausbildungsleiterin der Schule, Frau Marrit Klemetti.

Die Schülerinnen waren gerade dabei, an Puppenköpfen Brautfrisuren zu erstellen.

Als wir ankamen beendeten sie ihre Arbeit und stellten sich kurz vor.

Auch wir stellten uns vor wie wir heißen, wo wir arbeiten und warum wir diesen Schüleraustausch machen…

Anschließend erstellten Ksenia und ich ebenfalls an den Puppenköpfen eine Hochsteckfrisur.

Tag 2 & 3:

Am zweiten und dritten Tag hatten wir Damenmodelle zum Föhnen und Herrenmodelle zum Schneiden.

Tag 5:

Am Freitag hatten wir ältere Damen als Modelle. Wir sollten deren Haare föhnen und jeweils ein passendes Tages-Make-up kreieren.

 

Woche 2:

Tag 1, 2 & 3:

Klasse

 

Die zweite Woche bestand darin, dass wir uns gegenseitig die Haare gemacht haben. Dafür hatten wir uns einen Partner in der Klasse ausgesucht. Meine Partnerin bekam Strähnen und eine neue Globalfarbe. Was das Schneiden angeht, konnte ich nur nachschneiden, da sie eher kürzeres Haar hatte.

Als meine Haare geschnitten wurden bemerkte ich dann, dass meine Friseurin leichte Schwierigkeiten hatte, da sie südländisches Haar noch nie geschnitten hatte. Die finnischen Menschen haben sehr feines Haar.

Tag 5

An dem Tag hatten wir die Make-up Stunde. Wir haben uns gegenseitig die Foundation sowie das Augen-Make-up gemacht.

Unsere Aufgabe war, ein Tages Make-up zu kreieren. Es war interessant zusehen, dass alle mit unterschiedlichen Farben gearbeitet haben, eine mit braun-grün und eine andere Klassenkameradin mit schwarz-rosa. Zum Schluss sollten wir uns fotografieren und unsere Meinung dazu äußern. 

 

 

 

Woche 3:

Tag 1:

Wir trafen uns in der Klasse und besprachen den Tagesablauf. Marrit (unsere Lehrerin) verriet uns, dass nur 5 Kunden kommen. In der Zwischenzeit sollten wir Hochsteckfrisuren an uns gegenseitig oder am Übungskopf mach
en. Nach der Mittagspause, gegen 14.00 Uhr kamen die 5 Herren. Benjamin und ich bekamen jeweils einen Kunden, dem wir einen modischen Haarschnitt schneiden sollten. Unsere Kunden waren zufrieden mit dem Schnitt und Marit auch.

Tag 2:

An dem Tag sollten Benjamin und ich der Klasse das Langhaarföhnen zeigen. Wir beide waren sehr nervös, haben es aber gut gemeistert. Wenn wir ein Wort auf Englisch nicht wussten, hat uns die Klasse geholfen. Nach dem Vorführen haben dann die Anderen geföhnt und uns gebeten, ihnen dabei zuzusehen. Die Klasse ist sehr engagiert und hat sich für jeden Tipp bedankt.

Tag3:

An meinem letzten Arbeitstag im Salon hatten wir einen besonderen Abend, weil wir den Kunden Sekt und Wein anboten.

In meiner Mittagspause bot mir eine Jungfriseurin an, mit ihr Essen zu gehen. Nach der 1-stündigen Pause half ich den anderen beim Regale-einräumen. Um ca. 18.00 Uhr gingen Issmo( mein Chef) und ich für den heutigen Abend einkaufen. Als wir wieder im Salon ankamen, dekorierten wir die Stühle und fegten nochmals den Salon.

Um 19.00 Uhr trafen die ersten Gäste ein und ich bot ihnen Sekt und Wein an. Zum Schluss bedankte ich mich bei Issmo, dass er mir die Chance gegeben hat hier mitzuarbeiten.

Tag 4:

Heute durften wir um 10.00 Uhr zur Schule kommen, weil die Klasse eine Arbeit geschrieben hatte. Bis zur Mittagspause haben wir an den Übungsköpfen Hochsteckfrisuren geübt und Föhnfrisuren geföhnt.

Das Mittagessen hatten wir in einem kleinen Restaurant in der Schule. Wir bekamen ein 3-Gänge-Menü.

Nach dem Essen gingen die Klasse und wir zur Massage.

Tag5:

Die Klasse und wir gingen zur „I LOVE ME“ Messe in Helsinki. Es war sehr interessant die neuen Frisuren und die Mode von Finnland zusehen.

Annina, ein Mädchen aus unserer Klasse, nahm an einem Wettkampf teil, den sie leider nicht gewonnen hat.

Ein paar Mädchen und ich gingen durch die anderen Hallen und schauten uns das Make-up an. Zum Schluss trafen wir uns alle nochmals und gingen etwas essen. Um ca. 14.00 Uhr verabschiedeten wir uns von dem Rest der Klasse und fuhren wieder zurück nach Tampere, in unserer Wohnung. Am Abend riefen wir Thomas Scherer an und klärten die restlichen Fragen, bezüglich der Abfahrt am Sonntag.

 

Salon:


ArbeitsstelleInsgesamt war ich zwei Mal (jeden Donnerstag) in einem finnischen Friseur- Salon.

Die restlichen Tage habe ich in der Schule verbracht. Am ersten Tag waren alle sehr gespannt auf mich, da ich der erste Austauschschüler in diesem Salon war.

Als Erstes stellten wir uns gegenseitig vor und lernten uns kennen.

Um 13 Uhr hatte ich meine erste Kundin. Sie war recht nervös, da sie nur Englisch mit mir sprechen konnte.

Nach Anlaufschwierigkeiten gelang es gut und am Ende meiner Arbeit sagte sie, dass, wenn ich in Finnland leben würde, sie wieder zu mir käme.

Den Rest des Tages hatte ich keine Kunden, da im Kalender keine Kunden bei mir notiert waren.

Am zweiten Tag habe ich insgesamt drei Kunden bedienen dürfen. Ansonsten habe ich typische Auszubildenden-Arbeiten übernommen, z.B. Haare waschen, Handtücher falten, Kaffee bringen…

 

 

Freizeitaktivitäten:

Daher, dass unsere Klassenkameraden sehr nett und uns gegenüber interessiert und offen waren, wollten sie uns Tampere genauer zeigen. Unter anderem waren wir in der Innenstadt und haben uns die Geschäfte angeschaut. An anderen Tagen waren wir in den kleinen süßen Restaurants und in den Bäckereien, wo wir gegessen und typische finnische Gerichte gespeist haben.

Die beste Freizeitaktivität war mit Abstand der Saunabesuch mit unserer Lehrerin. Die Saunatemperatur betrug ca.  110° C und die Wassertemperatur lag bei ca. 5 °C.

Man wechselte es immer ab einmal in die Sauna, dann ins Wasser und dann wieder zurück in die Sauna.

Dies wiederholte man insgesamt mindestens 5 mal. Das Gefühl wie es ist, fällt einem sehr schwer zu beschreiben.

Es fühlt sich so warm und entspannend an. Das muss man wirklich erlebt haben…

Einige Wochen nach Finnland

 

Persönliche Entwicklung:

Als wir in Finnland waren merkten wir keine persönliche Entwicklung an uns selbst, da wir uns jeden Tag sahen, merkten wir es gegenseitig ebenfalls nicht. Jedoch mussten wir feststellen, dass wir uns verändert haben. Unsere Klassenkameraden, Arbeitskollegen und unsere Freunde sagten es uns. Wir sind beide aufgeschlossener und wesentlich selbstständiger geworden. Fremde Menschen anzusprechen stellt für uns kein großes Problem dar, selbst wenn das Gespräch auf Englisch geführt werden muss.

 

Fazit:

Zusammenfassend war es eine großartige Erfahrung, die wir nicht missen wollen. Selbst jetzt nach ein paar Wochen berührt es mein Herz, wenn ich an die Zeit zurück denke.

Wenn sich uns die Möglichkeit bieten würde erneut an einem Auslandspraktikum teilzunehmen, würden wir es mit Freude in Anspruch nehmen.

Benjamin & Ksenia